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Wissenswertes aus der Finanzbranche

Anstehende IPOs
Initial Private Offerings oder Börsengänge

24.09.2020

In der nächsten Woche gehen gleich zwei viel beachtete Gesellschaften neu an die Börse, eine weitere hat den Börsengang angekündigt.

Montag 28.09.2020: Siemens Energy

Hierbei handelt es sich um keine klassische Neuemission, sondern eine Abspaltung (Spin Off) aus Siemens. Altaktionäre, die die Siemens-Aktie nach Börsenschluss am Freitag im Depot haben, erhalten automatisch für zwei Siemens Aktien eine neue Siemens Energy. Wer eine halbe Aktie erhält, bekommt im Anschluss diese in Geld abgegolten. Die Buchung in den Depots wird zum 29.09. erfolgen. Der Handelsbeginn der neuen Aktien ist kommenden Montag. Wir erwarten auch an gettex erst nach der Xetra Eröffnung (nach 09:00 Uhr) erste Kurse. Erfahrungsgemäß kann die Eröffnungsauktion allerdings bei neuen Aktien deutlich länger dauern als sonst üblich, sodass die ersten Kurse ggf. erst deutlich später verfügbar sind und damit der Handel praktisch erst weit nach 09:00 Uhr startet.

Mittwoch 30.09.2020: Palantir

Die Aktie des US Datenanalysehauses Palantir soll am kommenden Mittwoch an der New York Stock Exchange erstmals gehandelt werden. Erste Kurse sind aufgrund der Zeitverschiebung jedoch nicht vor 15:30 Uhr deutscher Zeit zu erwarten und auch hier kann sich die erste Preisfeststellung deutlich nach hinten verzögern. Beim Börsengang von Curevac in den USA gab es die ersten handelbaren Preise erst um ca. 18:25 Uhr unserer Zeit.

Noch offen: Ant Financial

Der chinesische Gigant Ant Group plant Teile seines Finanzgeschäfts Ant Financial an die Börse zu bringen. Es wird einer der größten Börsengänge der Geschichte erwartet, der genaue Zeitpunkt steht jedoch noch nicht fest. Wir streben auch hier an, den Handel ab dem Tag der Erstnotiz zu ermöglichen.

Hinweise zur Ordererteilung

Es wird bereits vor den ersten gehandelten Preisen Indikationen im System geben. Die tatsächlichen ersten Kurse können davon jedoch stark abweichen. Bei unlimitierten Aufträgen besteht daher ein hohes Risiko, dass der tatsächliche Ausführungspreis eine hohe Differenz zum erwarteten Preis hat. Eine dadurch womöglich entstehende Überziehung des Kontos ist unverzüglich auszugleichen. Wir empfehlen insbesondere vor dem ersten tatsächlich gehandelten Kurs nur limitierte Orders zu erteilen, um dieses Risiko auszuschließen.

 

Aktiensplits
Was Anleger dabei beachten müssen

20.08.2020

Tesla und Apple splitten ihre Aktien. Da dies aber auch immer wieder bei anderen Aktien erfolgt und viele Fragen aufwirft, haben wir im folgenden die wichtigsten Informationen rund um Aktiensplits zusammengefasst.

Wieso werden Aktien gesplittet oder geteilt?

Wenn eine Aktie durch eine gute Performance hohe Kurse erreicht hat, schreckt das häufig Anleger ab. Entweder, weil sie nicht genug Kapital haben, um so eine Aktie noch zu kaufen, oder weil eine Aktie bei z.B. über 1.000 € viel zu teuer „aussieht“. Durch den Split erhofft sich die Gesellschaft also regelmäßig eine steigende Nachfrage und damit einen positiven Effekt auf den Kurs.

Was passiert bei einem Aktiensplit?

Eine Aktie wird in mehrere Aktien aufgeteilt. Das Verhältnis wird dabei immer in möglichst kleinen Zahlen angegeben. 1:4 bedeutet beispielsweise, dass aus einer Aktie dann vier werden - also drei Aktien zu der bereits gehaltenen Aktie dazu kommen. Wer vor dem Split 100 Aktien hatte, wird, wenn der Split vollständig abgewickelt ist, dann 400 Aktien halten.

Verändert der Split den Wert der Aktien?

Der Aktienkurs verhält sich zumindest rechnerisch genau umgekehrt zu der Veränderung bei der Aktienanzahl. Bei 1:4 würde der Kurs ohne weitere Einflüsse von 1.000 € auf 250 € je Aktie fallen. Wer vorher 1 Aktie zu 1.000 € hatte, hat danach 4 Aktien zu zusammen 1.000 €.
Den Gesamtwert einer Position und auch der Aktiengesellschaft in Summe verändert der Split also nicht. Das ist genau wie bei einem Kuchen: der wird auch nicht größer, wenn man ihn in kleinere Stücke schneidet.

Was passiert mit offenen Orders für die Aktie?

Nach dem Ende des Börsenhandels am Tag vor dem Split werden alle offenen Orders durch die Börse gelöscht. Am Ex Tag (dem Tag, ab dem es nur noch die neue, geteilte Aktie gibt) beginnt der Handel also praktisch ganz von vorn. Diese Handhabung gilt einheitlich für alle Kapitalmaßnahmen, zu denen auch der Split zählt. So wird vermieden, dass z.B. Kauforders oder Stop Loss Orders nur ausgeführt werden, weil die Aktie jetzt optisch billiger ist. Eine Anpassung von Stückzahl oder Limit erfolgt nicht, da bei einigen Kapitalmaßnahmen auch die individuellen steuerlichen Bedingungen des Anlegers zu berücksichtigen wären - für die Börse unmöglich.

Wann bekomme ich die neuen Aktien?

Die Gesellschaften veröffentlichen einen Liefertermin für die aus dem Split neu entstandenen Aktien. Das kann durchaus eine Woche nach dem Ex Tag sein. Bei ausländischen Aktien dauert die Einbuchung dann ggf. noch einmal einige Tage, der Zeit geschuldet, bis auch im Inland die neuen Aktien tatsächlich bei den Lagerstellen angekommen sind und in das Depot gebucht werden können.

In dieser Zeit kann ein Aktionär nur die Aktien verkaufen, die er bereits vor dem Split hatte. Wer diese Wartezeit nicht in Kauf nehmen will, hat nur die Möglichkeit vor dem Split – also vor dem Ex Tag - die Aktie zu verkaufen.

 

Die Watchlist ist da!
Wie geht es weiter?

11.08.2020

Vor inzwischen über zwei Jahren hatten wir ein klare Vision vor Augen: Wir wollten eine vollständig und dauerhaft kostenlose Handelsplattform bieten, ohne dabei unsere Nutzer wesentlich einzuschränken.

Unser Ziel war und ist, ein Angebot zu ermöglichen, das den Ansprüchen der großen Mehrheit erfahrener Trader gerecht wird und auch für Börsenneulinge eine geeignete Basis bildet.

GRATISBROKER Weiterentwicklung

Nun geht für uns im nächsten Schritt darum, unser Angebot sukzessive weiterzuentwickeln. Hierfür haben wir bereits viele Ideen und Anregungen von Ihnen erhalten. Wir schätzen diesen Austausch sehr, denn Sie als Hauptakteure stehen für uns im Fokus und nicht etwa die nächste Gelegenheit, mit diesem oder jenem Feature im nächsten Vergleich besser abzuschneiden. In unserem Ideenpool befinden sich also Hunderte von Maßnahmen, die unser Produkt Stück für Stück ein bisschen besser machen. Nur sind wir immer noch ein Start-Up und müssen mit unseren begrenzten Mitteln und Ressourcen haushalten, um langfristig profitabel und erfolgreich sein zu können. Hier sind wir auf einem sehr guten Weg, können jedoch aktuell manche Dinge nicht ohne Weiteres realisieren, wenn sie einen hohen finanziellen oder auch personellen Aufwand erfordern.

Ungeduld ist jedoch menschlich und natürlich würden auch wir gern alles auf einmal abliefern. Um aber auch an dieser Stelle wie immer transparent zu sein, möchten wir Ihnen an dieser Stelle einmal erklären, an welchen Themen wir derzeit arbeiten und welche Angebotserweiterungen zwar langfristig unser Ziel, aber kurzfristig nicht umsetzbar sind.

Woran arbeiten wir gerade?

Neben der Basisversion unserer Watchlist, die wir Ihnen heute präsentieren, treiben uns derzeit noch drei weitere Weiterentwicklungen um, die wir zeitnah live nehmen wollen:

  • Die Ablösung der SMS zur Freigabe von Orders und Sessions
  • Die Möglichkeit, sich bei Orderausführung per E-Mail benachrichtigen zu lassen
  • Die Erweiterung unserer Orderarten um Trailing Stop, OCO und Orderänderung

Ein weiteres, deutlich aufwändigeres Thema, an dem unsere Softwareentwickler seit Wochen arbeiten, ist eine App, um GRATISBROKER mobil noch besser nutzbar zu machen. Auch wenn unsere Webseite voll responsive ist und sich somit ohne Einschränkung auch auf mobilen Endgeräten nutzen lässt, haben Sie uns in den vergangenen Monaten so häufig den Wunsch nach einer App zurückgespielt, dass wir dem jetzt nachgehen. Sie haben also schon bald die Wahl zwischen einer App und unserer ursprünglichen Webversion. Sobald wir Ihnen einen konkreten Zeitpunkt der Veröffentlichung sagen können, werden wir das selbstverständlich tun.

Zwischen diesen vergleichsweise großen Themen gibt es zudem auch unzählige Kleinigkeiten, die wir in den vergangenen Monaten bereits angepasst haben, die aber vielleicht nicht jedem gleich auffallen. Hierzu zählen zum Beispiel:

  • Die Anzeige der Mindeststückzahl nach der Auswahl eines Wertpapiers angezeigt wird
  • Das einfache Erfassen einer entgegengesetzten Order nach Ausführungen
  • Die Option, sich auch per Sprachanruf Ihre TAN ansagen lassen zu können

Um nur ein paar Erweiterungen zu nennen.

Was wird sonst noch kommen?

Gerade Börseneinsteiger, aber auch erfahrene Investoren wünschen sich von uns eine kostenlose Sparplanfunktion, um kleinere Beträge investierbar zu machen bzw. um sich nicht mehr manuell um die einzelnen Orders kümmern zu müssen. Derzeit suchen wir noch nach einer Möglichkeit, das Ganze für Sie kostenlos abzubilden, aber es zeichnet sich ab, dass wir dafür eine gewisse Kundengröße erreichen müssen. Insofern ist das nach unserer derzeitigen Einschätzung eher ein Thema für die Agenda 2021. Ähnlich sieht es mit einer Expansion nach Österreich oder andere europäische Länder aus. Diese ist nicht ohne Weiteres umsetzbar, auch wenn wir wirklich viele Anfragen diesbezüglich erhalten. Grund dafür ist, dass wir bzw. unsere Depotbank uns hier natürlich an andere steuerliche Gegebenheiten anpassen müssen, um auch den dortigen Kunden einen vergleichbaren Service wie in Deutschland bieten zu können. Das kostet Ressourcen und damit Geld und lässt sich dementsprechend erst ab einer gewissen Größe finanzieren.

Auch wenn natürlich eine Menge Themen unbeachtet bleiben, auf die wir unsere Zeit und Kraft verwenden, sollten Sie hiermit einen ersten Überblick erhalten. Wir gehen diesen Weg mit Ihnen gemeinsam und wünschen uns, dass wir weiterhin so auf Augenhöhe kommunizieren. Denn wir wollen der beste, verlässlich kostenlose Broker für Sie sein!

 

Jetzt thematisch investieren?
Was die Trends der Zukunft für Chancen bieten

10.08.2020

Megatrends und gesellschaftliche Veränderungen beeinflussen das Anlegerverhalten. Die Welt befindet sich im Wandel und es existieren unterschiedliche Meinungen, welche Entwicklungen sich endgültig durchsetzen werden.

Thematische ETFs ermöglichen es, in globale Trends zu investieren und damit Wachstumsmöglichkeiten der Zukunft im persönlichen Investmentkonzept einzubinden.

„Thematisches Investieren“ ist in aller Munde – was bedeutet es genau?

Thematisches Investieren befasst sich mit Megatrends, die uns in der Zukunft bewegen werden und zielt darauf ab, die potentiellen Marktführer von morgen zu identifizieren. Bei thematischen Investments setzen Anleger nicht auf klassische Sektoren und die dort vertretenen Unternehmen, sondern auf Wachstumsthemen der Zukunft, beispielsweise auf Unternehmen, die bahnbrechende Technologien zum Kern ihres Geschäftsmodells machen. Diese Unternehmen haben häufig die Chance, bestehende Geschäftsmodelle oder Märkte obsolet zu machen und neue zu schaffen. Neben technologischen Aspekten liegt der Fokus der meisten thematischen Aktienstrategien auf Gesundheit/Demographie, Umwelt-und Klimaschutz und Urbanisierung. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür, dass thematische Umbrüche über Sektoren hinweggehen, ist das Smartphone: Das Smartphone bündelt Anwendungen wie Kommunikation, Fotografie, Gaming, Navigation und News/Infotainment, für welche zuvor verschiedene Endgeräte aus verschiedenen Sektoren benötigt wurden.

Künstliche Intelligenz und Big Data
KI Illustration
Künstliche Intelligenz (KI) hat einen maßgeblichen Einfluss auf die Informationsverarbeitung großer Datenmengen. KI erkennt Muster, hat die Möglichkeit sonst rechenintensive Datenanalysen effizient durchzuführen und eröffnet aufgrund dieser hohen Produktivität neue Anwendungsfelder. Chatbots oder intelligente Assistenten beantworten bereits heute einen Großteil von Service-Anfragen. Auch die Cloud wächst als sicherer Speicherplatz für wichtige Dokumente, Fotos und Videos für private Nutzer, Unternehmen und Bildungsinstitute. Prognosen zufolge werden Umsätze im Bereich KI von 7,3 Mrd. USD im Jahr 2018 auf ca. 89,8 Mrd. USD in 2025 ansteigen.1 Gemessen am Umsatz sind die am stärksten betroffenen Industrien Reisen, Hightech und Versicherung.2
Mobilität der Zukunft
E-Auto tankend
Das Wachstumspotenzial der Mobilität der Zukunft fasziniert bereits heute viele Anleger. Schätzungen zufolge wird sich die Anzahl der Elektroautos innerhalb der nächsten 10 Jahre von 3 Mio. auf 220 Mio. Autos erhöhen.3 Die Anzahl autonomer Fahrzeuge könnte in den nächsten 7 Jahren mit einer Rate von 40 % pro Jahr wachsen. Auch wenn derzeit noch viele Neuerungen getestet werden und sich noch nicht im Alltag bewährt haben, scheint sich ein Trend zur Entwicklung kostengünstiger und umweltfreundlicher Transportmöglichkeiten für Menschen und Güter deutlich abzuzeichnen.
Wie funktioniert die Indexkonstruktion bei den thematischen Xtrackers ETFs unseres Partners DWS?

Die Indexkonstruktion ist eine Kombination aus Aktienscreening nach Schlüsselwörtern (z. B. „Cloud Computing“ und „Cyber Security“ beim Thema KI) und herkömmlichen Umsatzfiltern. Die Anzahl der Patentanmeldungen einer Firma dient hier als Indikator für die Umsatzgenerierung. Neben Subthemen und Sektoren werden durch die Experten der DWS noch bis zu fünf hochrelevante Aktien ausgewählt und so ein diversifiziertes gleichgewichtetes Portfolio konstruiert. Dieses Portfolio enthält nicht nur bekannte Technologienamen enthält, sondern auch weniger bekannte, dafür aber hochspezialisierte Unternehmen. Bis zu 100 Aktien können Bestandteil eines solchen Portfolios sein mit Fokus auf KI und Big Data oder Zukunftsmobilität.

Folgende ETFs können Sie u.a. bei GRATISBROKER handeln:
Xtrackers Artificial Intelligence & Big Data UCITS ETF
ISIN: IE00BGV5VN51 / WKN: A2N6LC
Details »
Xtrackers Future Mobility UCITS ETF
ISIN: IE00BGV5VR99 / WKN: A2N6LL
Details »

Erfahren Sie mehr zu den Xtrackers Thematic ETFs unter:
https://etf.dws.com/de-de/etf-wissen/themenwelten/thematisch-investieren-in-zukunftstrends/

Quelle: DWS International GmbH.

Kurse von Wertpapieren schwanken, damit sind Kursverluste bis zum Totalverlust möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Themen und Wertpapiere dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Die Vorstellung der Themen und Wertpapiere soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern, sie stellt keine Anlageberatung dar. Bei diesen Informationen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen genügt.

1 McKinsey, 2018.
2 Prognose basiert auf Schätzungen von Statista, 2018.
3 OECD & Int. Energy Agency, EV Outlook 2018, basierend auf EV30@30 Szenario. Prognosen basieren auf Annahmen, Schätzungen, Meinungen und hypothetischen Modellen oder Analysen, die sich als falsch erweisen können.

 

Was ist ESG Investing?
Wie verantwortungs­bewusstes Investieren die Rendite verbessern kann

11.06.2020

Durch die klimatischen und gesellschaftlichen Veränderungen wächst das Bewusstsein der eigenen Verantwortung und Tragweite persönlicher Entscheidungen.

Um einen Beitrag zum Umweltschutz zur Sicherung der Zukunft zu leisten, werden deshalb seit geraumer Zeit auch viele Investmentstrategien an diese Umstände angepasst.

Aufgrund der steigenden Nachfrage sind eine Vielzahl an Anlageprodukte entwickelt worden, die es Investoren ermöglichen, dem Rechnung zu tragen, in dem sie sich für verantwortungsbewusste Unternehmen entscheiden. Diese Form der Geldanlage nennt man ESG (Environmental, Social, Governance) Investing.

Neben dem Effekt der persönlichen Einflussnahme wächst die Überzeugung, dass ein Unternehmen, das verantwortlich handelt auch nachhaltig profitabel ist. Ursprünglich war man noch davon ausgegangen, dass diese Form des Investments mit Kosten verbunden sein würde und niedrigere Rendite die Konsequenz wäre. Heute gibt es jedoch zahlreiche Hinweise darauf, dass eine ethisch korrekte Unternehmensstrategie auch wirtschaftlich gesehen Vorteile bringt. Was als Nischenprodukt begann, wird deshalb heute in der Geldanlage immer selbstverständlicher berücksichtigt.

Wie funktioniert die Analyse?

Um den wirtschaftlichen Wert eines Unternehmens abzuschätzen werden die ESG-Faktoren deshalb immer mehr in die Analyse mit einbezogen und genauso wichtig wie Zinsen, Margen oder Wachstumszahlen. Um zu erfahren, inwieweit ein Unternehmen nach den ESG-Kriterien handelt, greifen Fondsmanager auf ESG-Rating-Scores von mehreren Ratingagenturen und Research-Firmen zurück, die wiederum Daten aus den Unternehmensberichten und externen Publikationen zusammenführen. Bei der Analyse werden im Wesentlichen drei Bereiche unterschieden:

1
ENVIRONMENTAL

Unternehmen, die nach ESG-Kriterien handeln, reduzieren ihre negativen Auswirkungen auf die Umwelt, indem sie Emissionen begrenzen und Energie­verbrauch und Abfall reduzieren.

2
SOCIAL

Hierbei wird geprüft, ob ein Unternehmen für faire Arbeits­bedingungen sorgt, Gesundheits- und Sicher­heits­standards einhält und Aus­bildungs­möglich­keiten anbietet. Diese Themen gelten für alle Partner, mit dem ein Unternehmen entlang der gesamten Lieferkette interagiert.

3
GOVERNANCE

Dieser Bereich betrifft die Vorstands- und Vergütungs­struktur, Rechnungs­legungs­standards, Transparenz und die Beziehungen eines Unternehmens zu Aktionären, Aufsichts­behörden und dem Finanzsystem. Für eine positive Bewertung werden alle Interessen in Einklang gebracht.

Verzerrende Faktoren bei der Betrachtung ESG-Ratings

Auch wenn die Daten weitestgehend objektiviert werden, gibt es natürlich Faktoren, die das Ergebnis verzerren können. Zum Beispiel verfügen größere Unternehmen häufig über die finanziellen Mittel und damit über mehr Ressourcen, um sich der ESG-Thematik zu widmen. Dadurch erhalten sie häufig auch bessere ESG-Ratings, obwohl kleinere Unternehmen effektiv besser sein können. Gleichzeitig sind die Daten bezüglich der Nachhaltigkeits- anforderungen in Entwicklungsländern häufig nicht ohne weiteres einsehbar. Damit ist es herausfordernd für Unternehmen aus diesen Regionen, Berücksichtigung zu finden. Und zu guter Letzt ist nachhaltiges Investieren ein langfristiger Prozess. Bei einem kurzfristigen Horizont ist diese Form der Geldanlage genauso anfällig für Marktschwankungen wie alle anderen. Um die Volatilität zu reduzieren, muss das Portfolio breit genug diversifiziert werden.

Festzuhalten bleibt aber und das ist die gute Nachricht: Zeiten, in denen Investoren einen Kompromiss zwischen nachhaltigem Investieren und Rendite schließen mussten, sind vorbei. Im Gegenteil: ein Fokus auf die ESG-Kriterien kann sich insbesondere bei Unternehmen in den Schwellenländern auszahlen.

Folgende ESG-ETFs können Sie u.a. bei GRATISBROKER handeln:
AMUNDI MSCI WORLD ESG UNIVERSAL SELECT - UCITS ETF DR (C)
ISIN: LU2109786587 / WKN: A2PZC3
AMUNDI MSCI USA ESG UNIVERSAL SELECT - UCITS ETF DR (C)
ISIN: LU2109786660 / WKN: A2PZC4
AMUNDI MSCI EUROPE ESG UNIVERSAL SELECT - UCITS ETF DR (C)
ISIN: LU2109786744 / WKN: A2PZC6
AMUNDI MSCI EMU ESG UNIVERSAL SELECT - UCITS ETF DR (C)
ISIN: LU2109786827 / WKN: A2PZC7
AMUNDI MSCI WORLD ESG LEADERS SELECT - UCITS ETF DR (C)
ISIN: LU2109787122 / WKN: A2PZC8
AMUNDI MSCI USA ESG LEADERS SELECT - UCITS ETF DR (C)
ISIN: LU2109787395 / WKN: A2PZC9
AMUNDI MSCI EUROPE ESG LEADERS SELECT - UCITS ETF DR (C)
ISIN: LU2109787478 / WKN: A2PZDA
AMUNDI INDEX MSCI EMU SRI - UCITS ETF DR (C)
ISIN: LU2109787635 / WKN: A2PZDC

Kurse von Wertpapieren schwanken, damit sind Kursverluste bis zum Totalverlust möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Themen und Wertpapiere dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Die Vorstellung der Themen und Wertpapiere soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern, sie stellt keine Anlageberatung dar. Bei diesen Informationen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen genügt.

 

Welche Dinge muss ich als Anleger jetzt beachten?
Interview mit unserer Börse gettex

21.03.2020

Wir erleben gerade turbulente Zeiten an den Aktienmärkten. Das geht auch an der Durchführung des Handels von Aktien und anderen Wertpapieren nicht spurlos vorüber. Automatisch ergeben sich hier viele Fragen auf Kundenseite.

Die häufigsten davon haben wir gesammelt und Herrn Norbert Betz, dem Leiter der Handelsüberwachung bei gettex/Bayerische Börse gestellt, um Ihnen zu helfen, auch in diesem unruhigen Fahrwasser nicht überrascht zu werden und aufzuzeigen, welche Klippen Sie als Anleger umschiffen können.

Norbert Betz, Leiter der Handelsüberwachung bei gettex/Bayerische Börse
Herr Betz, was passiert da gerade an der Börse?

Derzeit beobachten wir etwas, das wir „Fast Market“ nennen, was wiederum eine Ausnahmesituation beim Börsenhandel bezeichnet. Häufig ist eine solche Situation durch sehr hohe Umsätze bei gleichzeitig sehr hoher Volatilität geprägt, beispielsweise bedingt durch außergewöhnliche Ereignisse. Das Corona Virus und die damit verbundenen Maßnahmen, die eine Ausbreitung verhindern sollen und dabei die Wirtschaft stark belasten, stellt dabei ein solch außergewöhnliches Ereignis dar. Hierbei kann an nahezu allen Börsen die schnelle Ausführung von Aufträgen zu den aktuell publizierten Kursen vorübergehend nicht vollständig sichergestellt werden. Außerdem kann es zu längeren Ladezeiten der Quotierungen kommen.

Was sind die besten Zeiten für die Orderaufgabe?

In der Regel sind die Spreads immer dann niedrig, wenn die Heimat- und Referenzbörsen des jeweiligen Wertpapiers geöffnet haben und keine „Randzeiten“ vorliegen. Bei europäischen Aktien und ETFs heißt das zwischen 09:10 Uhr bis 17:20 Uhr und bei amerikanischen Aktien zwischen 15:35 Uhr bis 21:50 Uhr.

Was ist gemeint, wenn man von der Börseneröffnung spricht und wie lange dauert die Eröffnung am Morgen?

Zur Börseneröffnung um 8:00 Uhr werden auf gettex Preise für ca. 240.000 Wertpapiere festgestellt. Grundsätzlich sollten bei gewöhnlichen und geordneten Marktverhältnissen bis 08:10 Uhr für mind. 98 Prozent dieser Wertpapiere die Eröffnungskurse festgestellt sein. Gestartet wird üblicherweise mit den Renten, dann folgen die Zertifikate, dann die Aktien und zum Schluss die Fonds und ETFs.

Warum kann es um Punkt 9:00 Uhr zu Einschränkungen der Handelbarkeit von Aktien und ETFs kommen?

Um 9 Uhr starten die großen europäischen Handelsplattformen in London, Paris und auch Xetra mit ihren Eröffnungsauktionen. Grundsätzlich werden ab 08:50 Uhr und bis zur Beendigung der Eröffnungsauktion von diesen großen Plattformen erste Preisindikationen veröffentlicht. Diese Indikationen schwanken in Einzeltiteln zum Teil erheblich. Bei sehr instabiler Preisindikation kann es deshalb zum Schutz der Anleger zwischen 08:50 Uhr bis ca. 09:05 Uhr zu Einschränkungen der Handelbarkeit kommen.

Warum variieren die Spreads im Zeitverlauf, insbesondere bei Aktien?

Grundsätzlich werden Spreads durch verschiedene Dinge beeinflusst: da geht es zum einen um die Höhe des aktuellen Handelsinteresses und zum anderen um die Öffnungszeiten vom Hauptmarkt des Wertpapiers. Außerdem spielt es immer eine Rolle, ob neue preisbeeinflussende Informationen des Unternehmens, von Wettbewerbern oder allgemeine Branchendaten vorliegen. Und schlussendlich führen auch Bewertungsunsicherheiten immer zu höheren Spreads.

Kann ich über gettex auch Aktien kaufen und verkaufen, selbst wenn im Moment der Orderaufgabe noch keine gehandelten Stücke angezeigt werden?

Ja, denn Börsen und Handelsplätze funktionieren wie kommunizierende Röhren. Aufgrund von Preis- und Handelsinformationen können unsere Market Maker ganztägig auf Grundlage der Preise von Referenzmärkten jederzeit handelbare An- und Verkaufspreise stellen. Und deshalb können auch jederzeit Orders aufgegeben werden, die dann auch zum entsprechenden Kurs ausgeführt werden.

Gibt es sonst noch „Klippen“, die ich bei Fast Markets berücksichtigen sollte?

Gerade in außergewöhnlichen Marktsituationen gilt es, Limits bei Kauf und Verkauf nicht zu nahe am Brief- oder Geldkurs zu setzen, sonst läuft dem Anleger der Markt davon und er kommt nicht zum Zuge. Außerdem ist es wichtig, die Stückzahl der Quotierung im Auge zu behalten und bei hohem Einsatz diesen eventuell in kleinere Tranchen zu splitten. Da die Orderaufgabe bei GRATISBROKER über gettex keine Kosten verursacht, stellt sich der Anleger damit nicht schlechter, kommt aber sicher zum Zuge.

Wie wird gettex überwacht und an wen kann ich mich bei Problemen wenden?

Der Handel auf gettex wird von der unabhängigen Handelsüberwachungsstelle der gettex/Börse München überwacht und dabei vollständig elektronisch aufgezeichnet und dokumentiert. Sollten Sie einen Vorgang gerne näher untersuchen wollen, schreiben Sie gern eine E-Mail an service@gratisbroker.de und wir beauftragen die Handelsüberwachung mit der Überprüfung oder Recherche zu einer Preisfeststellung einem Kursaussetzungsgrund oder einer Kapitalmaßnahme.

 

Wie aussagekräftig ist die TER?
Faktoren für die Einschätzung eines guten ETFs

28.01.2020

Kaum eine Zahl wird so oft für die Einschätzung eines vermeintlich guten oder schlechten ETFs herangezogen wie die TER (Total Expense Ratio). Aber ist es wirklich so einfach?

Wir lesen immer wieder, dass man nur die TER der einzelnen ETFs vergleichen müsste und dann wüsste man, welcher der günstige und damit der bessere ETF sei. Zeitgleich richtet sich damit an uns der Vorwurf, dass wir unseren Kunden durch eine eingeschränkte Auswahl hier die Möglichkeit nehmen, sich für den besten ETF zu entscheiden. Das ist jedoch eine stark vereinfachte Sicht auf die Dinge, die nicht immer zum richtigen Schluss führt.

Was ist die TER überhaupt?

Die Gesamtkostenquote bei einem Fonds oder eben auch einem ETF wird als Total Expense Ratio (TER) bezeichnet. Diese Kennzahl umfasst die Summe der Kosten und Gebühren eines Fonds als Prozentsatz des durchschnittlichen Fondsvermögen innerhalb eines Geschäftsjahres.

Folgen wir der oben beschriebenen Argumentation, würde die vereinfachte Rechnung lauten: Wenn ich 10.000 Euro im ETF X bei einer TER von 0,15 % anlege, habe ich nach 5 Jahren damit 20 Euro weniger gezahlt, als wenn ich Sie im ETF Y bei einer TER von 0,19 % angelegt hätte. Damit wäre der vermeintliche Vorteil, beim Einstieg keine Gebühren von beispielsweise 10 Euro gezahlt zu haben hinfällig und ich bin sogar schlechter dran.

Was hier aber unberücksichtigt bleibt ist, dass die TER zwar einen Großteil der Kosten abbildet, aber längst nicht alle. Neben z.B. den Transaktionsgebühren, die der ETF selber zahlt, bleiben auch Steuern außen vor.

Mögliche Steuervorteile

Die Ausschüttung eines Fonds muss wie alle anderen Kapitalerträge versteuert werden. Aber auch der ETF selber muss Steuern zahlen: Wenn die ausgebende Fondsgesellschaft ihren Sitz in Deutschland hat, ist die Dividendenausschüttung von deutschen Aktien nicht von Quellensteuern betroffen, der Fonds vereinnahmt die Dividende also Netto. Bei ausländischen Aktien sind in diesem Fall jedoch Quellensteuer von meist 15 % zu zahlen. Ein im Ausland ansässiger Fonds, könnte die Dividenden für die identischen Aktien wiederum ohne Quellensteuern erhalten, sofern sie aus seinem “Heimatland” stammen, müsste aber für inländische Aktien Quellensteuern zahlen.

Aus diesem Grund kann es sich beispielsweise auch lohnen, in einen SWAP-ETF zu investieren, auch wenn ein solcher ETF eine höhere TER aufweist und damit erstmal mehr zu kosten scheint. Zur Veranschaulichung: Der MSCI World bildet derzeit 1.600 Aktien ab – der Großteil davon sind amerikanische Unternehmen. Hier hat die eigentlich zu zahlende Quellensteuer auf Dividenden also einen erheblichen Einfluss. Da beispielsweise der geswapte MSCI World von Xtrackers so konzipiert ist, dass die SWAP-Kontrahenten in den USA sitzen und damit Steuerinländer sind, wird hier auch keine Quellensteuer fällig. Und wenn der Anleger hier mehrere Jahre die Quellensteuer auf die Dividendenausschüttung spart, hat das am Ende auch Einfluss auf die Performance.

Zusatzerträge aus der Wertpapierleihe

Viele ETFs generieren Zusatzerträge aus Wertpapierleihen. Neben der Frage wie viel Leihe tatsächlich passiert, ist auch entscheidend wie viel von den erzielten Erträgen als Aufwand für die Abwicklung verwendet werden und wie viel tatsächlich dem ETF und damit dem Anleger zu Gute kommt. Auch hier gibt es unterschiedliche Ansätze bzw. unterschiedliche Kostenmodelle der einzelnen Anbieter.

Die Kursbetrachtung bzw. die Performancebetrachtung ist entscheidend

Natürlich ist die TER eine Kennzahl, die man bei der Kaufentscheidung mit einfließen lassen sollte, allerdings ist es immer sinnvoll, sich das Gesamtkonstrukt anzuschauen. Die jährliche Performance von ETFs unterschiedlicher Anbieter lässt sich beispielsweise im Vergleichsrechner » von extraETF gegenüberstellen. Und hier wird eben auch ersichtlich, dass mitunter der ETF mit der höchsten TER am Ende dennoch die beste Performance aufweisen kann. Machen Sie sich selbst ein Bild – das ist häufig der beste Weg.

 

Kaufe ich bei Xetra billiger?
Kursqualität und Spreads an deutschen Börsen

17.12.2019

Wir haben festgestellt, dass viele Trader durch unser Angebot nur eines Börsenplatzes vermuten, dass sie damit eine geringe Liquidität und in der Konsequenz schlechtere Kurse hinnehmen müssten. Warum das nicht der Fall ist, wollen wir erläutern.

Ein Blick in die Vergangenheit

Als Telefone mit Tasten noch eine spannende Sache waren, wurden Aktien von Maklern an der Börse gehandelt. Ein Mensch führte die Kauf- und Verkaufsorders zusammen und ermittelte daraus den Preis – jeder Makler für seine Börse. Damit konnte es also tatsächlich sein, dass z.B. in Düsseldorf die Aktie X gerade teurer war als in Frankfurt. Wer also zwei Telefone besaß, was damals durchaus etwas besonderes war, konnte billig in Frankfurt kaufen und gleichzeitig teuer in Düsseldorf verkaufen und sich über einen risikolosen Arbitragegewinn freuen. Manchmal konnte es auch sein, dass man an Börse A nichts kaufen konnte, weil alle Verkäufer in B auf einen Käufer warteten. Anders gesagt: Jede Börse bildete ihren eigenen kleinen Liquiditätsteich, der manchmal nur einem Tümpel glich. Um nicht zu oft auf dem Trockenen zu sitzen, traf man sich meistens am größten Teich – damals meistens Frankfurt, später dann Xetra.

Und dann kam das Internet

Plötzlich hatte ja quasi jeder eine Vielzahl Telefone. Die Makler konnten sehen, was mit der gleichen Aktie an allen anderen Börsen passiert und darauf reagieren. Wenn an der Börse A also ganz viele Käufer und an der Börse B ganz viele Verkäufer waren, dann kaufte der Makler der Börse B einfach die Aktien von seinem Kollegen der Börse A und alle waren zufrieden. Der Anfang vom Ende der Makler war die Automatisierung. Computer übernehmen seitdem die Marktbeobachtung und sind dabei deutlich schneller. Der Mensch wird heute nur noch gebraucht, wenn etwas zu hinterfragen ist. Um nicht jede Börse im Blick behalten zu müssen, orientieren sich alle für die deutschen Aktien an Xetra.

Das Referenzmarktprinzip

Damit ist Xetra für deutsche Aktien der Referenzmarkt. Für eine amerikanische ist es dann entsprechend New York. Wenn an einer Börse nun das Referenzmarktprinzip gilt, heißt das, dass während der Xetra-Handelszeiten dort weder teurer gekauft, noch billiger verkauft wird. Dieses Prinzip gilt auch bei unserem Handelsplatz gettex.

Die Sache mit den Gebühren

Aus den vielen kleinen Teichen und Tümpeln wurde also ein See. Die einzelnen Börsen waren plötzlich nur noch verschiedene Badestellen an genau diesem See. Da das Wasser in einem See aber überall gleich hoch steht, kostet die Aktie dementsprechend überall gleich viel. Was sich aber unterscheidet, sind die Gebühren der Börsen. Bei Xetra hat das Preisverzeichnis 29 Seiten – inkl. der Preise für Frankfurt. Die meisten Broker reichen das an ihre Kunden in Form von Fremdkosten, Pauschalen oder Handelsplatzentgelten weiter. Aber die Frage ist doch: Warum soll ich in dem gleichen See mit identischer Wasserqualität schwimmen gehen und dafür Geld bezahlen, wo ich nebenan umsonst schwimmen kann? Aus unserer Sicht macht es deshalb keinen Sinn, an einer Börse mit Nebenkosten zu handeln. Dementsprechend braucht man auch keine Anbindung dahin.

Vermeintliche Differenzen bei verschiedenen Börsenplätzen

Wenn man die Kurse bei unterschiedlichen Handelsplätzen vergleicht, unterscheiden sich die Anzeigen regelmäßig. Hier bleibt aber unberücksichtigt, dass die Uhrzeit des Kurses häufig nicht dieselbe ist und zudem Kurse und Quotes vermischt dargestellt werden.Zur Erklärung: Ein Quote ist das, wozu man jetzt handeln könnte. Also z.B. für 52,50 € kaufen und für 52,49 € verkaufen. An Xetra ist der Quote das Ergebnis aus den Orders, die gerade da sind. Da an gettex ja das Referenzmarktprinzip gilt, können Kunden auch bei uns zu diesen Preisen handeln. Ein Kurs ist im Gegensatz dazu der Preis, zu dem zuletzt an diesem Börsenplatz gehandelt wurde. Das kann aber dadurch auch vor einer halben Stunde gewesen sein. Vergleichen lassen sich beide Werte durch die unterschiedlichen Zeitpunkte nicht mehr.

Die Frage der Liquidität

Natürlich kann es vorkommen, dass einzelne Werte an gettex bislang kaum oder den Tag noch gar nicht gehandelt wurden. Da es aber immer darum geht wie hoch die Handelsvolumen in einer Aktie insgesamt über alle Börsen sind, ist das irrelevant. Probieren Sie es einfach aus: Wenn Sie eine Aktie finden, die noch nicht gehandelt wurde und dann eine Order erteilen, dann werden Sie sofort eine Ausführung bekommen. Genauso gut wie an Xetra.

Am Ende entscheidet der Anleger

Natürlich fragt man sich jetzt, wieso es überhaupt noch so viele Börsen gibt. Das liegt einfach an der Tatsache, dass sie jede für sich noch etwas verdient und deshalb nicht so schnell verschwinden wird. Der Anleger hat damit die Qual der Wahl, aber eben auch die Möglichkeit an einer Börse ohne zusätzliche Courtagen und Entgelte zu handeln. Wer dann sich dann noch für einen Broker ohne Gebühren entscheidet, handelt ganz ohne Spesen und zahlt nur noch den Spread, den man aber auch an Xetra zahlt. Der Erfolg an der Börse korreliert nicht mit der Anzahl der Börsen, die zur Verfügung stehen. Was Sie kaufen ist viel wichtiger, als wo Sie es kaufen. Und: Wer mehr Kosten zahlt, muss dadurch auch erstmal mehr an der Börse verdienen.